Kreis Unna, Holzwickede, Projekt Biomeiler !

Diese Rubrik gehört zwar nicht zur Fliegerei, zeigt aber meine weiteren Interessen und Projekte wenn gerade  mal kein Flugwetter ist. 

Ein Biomeiler ist im Prinzip nichts anderes als ein großer Komposthaufen in dem Wärmetauscher zur Energiegewinnung verlegt sind. Da ich das Rad nicht noch einmal erfinden möchte verweise ich Sie mal zu Native-Power,

http://www.native-power.de/de/native-power/biomeiler     http://www.native-power.de/de/faq 

dieser gemeinnützige Verein hat sich zur Aufgabe gemacht Ökologie, Ökonomie und Autonomie nach vorn zu bringen um die lokal erzeugte Biomasse sinnvoll zu nutzen.

Ich bin momentan total von diesem Konzept fasziniert und habe über die Jahreswende beschlossen einen Biomeiler zu bauen. Nach gründlichem Einlesen der von NATIVE-POWER im Netz zur Verfügung gestellten Info und Ansehen der Videos hatte ich die Dimensionen für unseren Biomeiler schon vor Augen. Pro 10m³ Biomasse generiert der Biomeiler 1 KWh Nutzenergie für ca. 15-18 Monate ohne weitere Folgekosten. Da mein Heizkessel momentan mit 5,5 KWh vor sich hin brennt und Kosten verursacht, habe ich mich entschlossen einen kreisrunden Biomeiler mit 5m Durchmesser, 2,5m Höhe und 49 m³ Inhalt  zu bauen.                              Die nun folgende Bilderstrecke schildert Ihnen den Bau des Meilers.

  Der Entwurf 

 

Fundamentring mit 5 Meter Durchmesser und 12 Segmenten.

Seitenansicht des Biomeiler mit zentralem Abfluss der Sammelwanne aus Teichfolie, den Doppelstab-Zaun-Elementen und den angedeuteten Wärmetauscherschlangen im Inneren des Meilers. Der Abstand von Lage zu Lage beträgt 40cm.

Es sind zwei Wärmetauschervarianten mit unterschiedlichem Wickelsinn aber gleicher Länge von jeweils 50m bei 40cm Verlegeabstand geplant. Diese Wärmetauscher werden abwechselnd in den Biomeiler eingebaut, damit dem Meiler die Wärme gleichmäßig entnommen werden kann.

Eine dritte Variante ist für Frischwassererwärmung  mit einem Verlegeabstand von 20cm und einer Länge von 84m geplant und soll im oberen Drittel eingebaut werden.

So viel zur Planung es folgen reale Bilder von der "Baustelle".

Nach den konkreten Vorstellungen begann ich über die Jahreswende mit dem Bau der Formen für den Fundamentring. 12 Segmente, weil sie auf eine Schaltafel passten und noch von Hand bewegt werden können.

Mit erdfeuchtem Mörtel, Reinsand 0,8 und Zement im Verhältnis 4 zu1 werden die Formen gefüllt und schön von Hand verdichtet.

 

Als Armierung dienten bei mir Einzelstäbe aus einem alten Gitterzaun, sie erhöhen die Festigkeit und erleichtern das plane Einbauen des Ringfundamentrings ohne große Bruchgefahr.

Bei vier Formen ist die Arbeit schnell erledigt. Nach jeweils drei Tagen Abbindezeit wurden die Segmente durch einfaches umdrehen der Schaltafeln entformt. Dies funktioniert wunderbar, da die Formen nach jedem "Guss" dünn mit Bio-Kettensägenöl eingerieben wurden und der Beton durch Trocknung minimal schwindet. 

Selbst bei so einfachen Arbeiten ist es ein Glücksgefühl wenn ein Segmentteil konturenscharf und heil aus der Form kommt. Die Segmente wurden auf der Oberseite mit einer Phase versehen, dies sieht gefälliger aus und die Kanten sind nicht so stoßempfindlich. Nun haben alle Segmente 21 Tage Zeit abzubinden, in dieser Zeit ist der Chemische Vorgang im Beton weitgehend abgeschlossen und ich kann den zukünftigen Standplatz des Meilers vorbereiten.

Als Standort habe ich mir eine abgerundete Grundstücksecke mit zwei Straßenseiten ausgesucht. Einziger Wehrmutstropfen, es stehen einige Bäume im Weg. Die Tanne ist das kleinere Problem, der abgesägte Ahorn im Hintergrund ist das Größere. Seit über vierzig Jahren steht er dort und hat dementsprechend Wurzeln ausgebildet. Aber der Standort ist aus meiner Sicht optimal, weil die verbleibenden Bäume im Sommer Schatten geben und der Meiler sich nicht noch zusätzlich erwärmt. Im Winter bieten sie ein wenig Windschutz.

Es fängt gut an, kein Spatenstich ohne Spitzhacke oder Axt, so dicht ist das Erdreich von Wurzeln durchsetzt.

Das gesiebte Erdreich behalte ich, das Wurzelwerk wandert in die Bio-Tonne.

Schon ist der erste Baum weg. Im Hintergrund sieht man die Doppelstab-Zaun-Elemente für den Meiler. Es sind Elemente unterschiedlicher Zaunhöhen, teils verbogen oder es fehlen einzelne Stäbe. Sie waren kurz vor der Inventur günstig beim Hersteller aus einem Wuschelständer zu bekommen. Hauptsache waren 16m Zaunhöhe bei 2,51 Breite!            Die Elemente werden beim Biomeiler-Bau senkrecht gestellt !

Nun ist der Ahorn dran !

Wurzeln ohne Ende !

 

Nach vollständigem Freigraben die Ernüchterung, der Wurzelballen steht auch ohne Wurzeln noch wie angewachsen. Erst die Hydraulikkraft konnte ihn lösen

und mit Flaschenzug und Muskelkraft gab der Ahorn schließlich nach.

Zwischenzeitlich lieferte mir mein Kumpel Martin die ersten zwei Ladungen Holzhackschnitzel.

Manche gehen in die Muckibude, ich in den Garten, die ersten Tage waren hart !

Die Baufeldbereinigung ist abgeschlossen und die Holzhackschnitzel dampfen schon.

Aus dem Dachfenster sieht es so aus!

Die Fundamentsegmente werden erstmalig ausgelegt und die wahren Dimensionen sichtbar.

Sieht noch aus wie ne Achterbahn, aber mit Schlauchwaage und Zirkel aus einer Dachlatte werde ich das Fundament kreisrund und in Waage fertig stellen. Alles mit echten Low-Tech-Mitteln, passend zum Biomeiler. Der ist ja auch ein echtes Low-Tech-Kraftwerk.

Der Höhenunterschied betrug max. 28cm, dass sah man dem Gelände vorher absolut nicht an. Die Zaunelemente so auf den nackten Boden zu stellen, wäre absolut nicht möglich gewesen.

Es ist geschafft, der Fundamentring liegt im "Wasser", der Mörtelkübel ist eingegraben und der Graben für die Entwässerung ist ausgehoben.

Ich habe für die Entwässerung ein 70'er HT-Rohr genommen, es verläuft vom Mittelpunkt des Meilers zum Mörtelkübel und hat ca. 1cm Gefälle pro Meter .

Das Rohr ist drin, beginnend neben dem Mittelpunkt endet es mittig im Mörtelkübel. So kann man schön sehen ob Wasser zurück läuft ohne sich weit hinunter beugen zu müssen und genug Platz zum Schöpfen mit der Gießkanne ist auch noch vorhanden.

Anders als bei allen Videos habe ich mich für diese Version der Entwässerung entschieden, weil das Wasser im Meiler so einen max. Weg von 2,5 m mit definiertem Gefälle zum Kübel hat. Es sollte sich somit kein stauendes Wasser und auch keine Fäulnis bilden. Der Meiler steht in einem Wohngebiet, eine Geruchsbelästigung ist nicht akzeptabel !!

Das durchwurzelte Erdreich wird gesiebt

und der Konus zum 10cm tiefer liegendem Abfluss heraus gearbeitet.

Hier kommt wieder einfachste Technik zum Einsatz. Dachlatte mit einer Schraube drehbar am Mittelpunkt befestigen und über die Fundamentsegmenten ziehen, schon sieht man genau wo Material abzutragen ist.

Und es war viel Material abzutragen und zu sieben !!

Zu allem Überfluss auch noch mit ordentlich Wurzeln durchsetzt, eine echte Herausforderung.

Aber die Teichfolie wird es danken und langsam kann man sich vorstellen wie's werden soll.

Zum Vorverdichten des gesiebten Erdreichs  im Auslaufkonus hatte ich Hilfe von den Tageskindern mit Ihrem technischen Gerät.

Die endgültige Verdichtung geschah wieder mit echten Low-Tech-Hilfsmitteln.

Hilfsmittel 1, Schubkarre mit ordentlich Last auf der Achse.

Hilfsmittel 2, Sackkarre, auch ordentlich beladen. Die Verdichtung war optimal.

Nach drei Durchgängen war der Auslaufkonus ausreichend verdichtet und die ersten Zaun-Elemente konnten aufgestellt werden.

Die realen Ausmaße werden sichtbar, oh-ha, was ein Trümmer !!

Damit der Meiler auch schön rund wird habe ich die Elemente auf einer Low-Tech-Biegevorrichtung mit einem passenden Radius versehen. Dazu wurden einfach Schaltafeln mit zwei Dachlatten im Abstand von ca. 400mm auf den Boden gelegt und der Radius mit den Füßen nach Art der Minen-Trampler eingearbeitet.

Auch die Ausführung der Rohranschlüsse habe ich anders ausgeführt. Bei dieser Ausführung können die Rohre proportional zum schwinden des Meilers mit nach Unten gleiten. Dazu wurde ein 30mm Vierkantrohr der Länge nach aufgetrennt, im Abstand der Gitterstäbe gelocht und mit Draht an den Zaunelementen festgerödelt. Dazu später mehr. Jetzt wird erst einmal die Teichfolie für die Ablaufwanne zugeschnitten.

Dazu wird die Folie ausgebreitet und eine Schaltafel mittig, mit zwei Handtüchern gegen Verrutschen, aufgelegt. Die Dachlatte wird um 20cm verlängert und dient wiederum als Zirkel für den Folienzuschnitt, echt Low-Tech. 

An einem Folienreststück habe ich vorher mal ausprobiert ob zwischen Steckmuffe und Rohr genügend Platz für die Folie ist. Es passt wie angegossen, die Teich-Folie wird dicht zwischen Muffe und Rohr eingeklemmt, super.

  

Folie Auslegen, zentrieren, Abfluss ertasten und mit dem Handballen einen Abdruck herstellen, Loch schneiden, einschlitzen und gelochtes Abflussrohr einstecken

So sieht es nach gestecktem und wieder gezogenem Abflussrohr aus, perfekt.

Das Sickerwasser fließt komplett in die den Mörtelkübel ab. Ich war erstaunt wie stark gefärbt und wie dickflüssig das erste Sickerwasser nach dem Bewässern in den Kübel lief, eine total braune Brühe die aber erdig und frisch roch. Doch jetzt wird erst einmal Biomasse eingefüllt.

Die ersten Karren werden zur Stabilisierung des Randbereichs benötigt. Die Zaunelemente stehen ja frei auf dem Fundamentring und sind nicht fixiert. So kann man den Meiler schön kreisrund und zentrisch auf dem Fundament ausrichten.

Vom Dachfenster aus sieht es jetzt so aus. Das Silonetzt ist gespannt und verhindert ein Durchrieseln des fein geschredderten Materials durch die Gitterstäbe. Der erste 100m Ring  des 1" PE-Rohres ist auf eine Wickelschablone mit 2m Durchmesser umgehaspelt worden, damit das Rohr bei diesen winterlichen Tem-peraturen nicht so widerspenstig ist. Der zweite Ring liegt schon zur Vorwärmung auf den Hackschnitzeln.

Das PE-Rohr wurde mittig bei 50m getrennt und über die rutschsichere Rampe aus alten Lichtrosten in den Meiler verbracht. Das 800'ter Zaunelement wurde halbiert und erleichtert das Einbringen der Schnitzel. Ich bin gespannt wie es sich anfühlt wenn die Rampe auf 2,5m hochgeht. Mit der längeren Schiebeleiter und mehr Lichtrosten bleibt die Steigung gleich und sollte kein Problem sein.

Da liegt es nun und wartet auf den Einbau. Auch hier muss man sich als Einzelkämpfer wieder ein paar Hilfsmittel schaffen um das immer noch widerspenstige Rohr einbringen zu können.

Mit vier alten Brettern ist schnell eine Fixierhilfe erstellt und hält das Rohr im gewünschten 400mm Abstand. Die restlichen Einschnitte sind für die weiteren Wickelschemata schon integriert.

Wie oben schon erwähnt komme ich jetzt noch einmal genau auf die Rohrführung zu sprechen. Man sieht das angerödelte aufgeschnittene Vierkantrohr. Die daraus entstandenen sich gegenüber stehenden U-Profile werden durch umlaufende zusätzliche Spanndrähte gegenüber gehalten, da an dieser Stelle der Meiler nur durch die Spanndrähte in Form gehalten werden kann. Die restlichen Zaunelemente sind über die gesamte Höhe mit PVC beschichtetem Draht miteinander verbunden und halten der drückenden Biomasse stand. Die eingerödelten Holzstücke dienen zur exakten Fixierung der sich gegenüber stehenden U-Profile, sie werden später noch durch Alu-Abstandhalter ersetzt. Jetzt kommt der Trick, das U-Profil ist so breit, das zwei der schwarzen PE-Segmente an einander vorbei gleiten können. Rechts im Profil, meilerinnenseitig, gleiten die Segmente mit den Löchern für das Wärmetauscher-Rohr, links die Segmente die als Abstandhalter dienen. Diese Segmente sind so gearbeitet, dass sie sich an jeder beliebigen Stelle hochkant in die beiden U-Profile einsetzen lassen und bedingt durch die beiden gegenüber liegenden Radien durch eine 90° Drehung gegen herausfallen gesichert werden. So kann ich die Segmente passend zum Schwund des Meilers herausnehmen und brauche nicht wie sonst üblich Stab für Stab aus dem Zaun heraustrennen um Spannungen an den Rohren zu vermeiden. Bin gespannt ob's klappt.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Nun kommen weitere 40 cm Holzhackschnitzel in den Meiler, alle 10cm wird verdichtet. und ordentlich gewässert.

Hier kann man sehr schön erkennen wie aktiv die Mikroorganismen im Holzhaufen schon sind. Es ist kein Rauch sondern Wasserdampf ! Eine in den Hackschnitzeln steckende Moniereisenstange kann man nach dem Herausziehen mit bloßen Händen nicht mehr anfassen, so heiß ist es im Holzhaufen.

Die erste von 6 Wärmetauscher-Schlangen ist eingebaut und der Meiler gegen Auskühlung abgedeckt. Durch das Umschichten und Wässern mit kaltem Regen- und Drainage-Wasser sind die Mikroben fast in den Winterschlaf gefallen und arbeiten jetzt nur noch auf Sparflamme. Temperatur im Meiler 10°.

Auf diesem Bild ist die Verbindung der Zaunelemente schön zu sehen und wie braun das Sickerwasser sich im Kübel gesammelt hat. Dieses mit Mikroben durchsetzte Wasser wird immer wieder über den Meiler gegossen bis es vollständig vom Holz aufgenommen ist. Erst dann wird weiter Frischwasser zugeführt.

Hier sieht man eine der durchgehenden Drahtspiralen mit der die einzelnen Zaunelemente mit- einander verbunden sind. Die eigentlichen Zugkräfte werden von den vertikalen Zaunstäben aufgenommen, die Drahtspirale verhindert nur dass die Zaunelemente an einander vorbeigleiten. Einfach aber wirkungsvoll. Nach Fertigstellung  des Rundells hatte ich in jeder Muskelgruppe der Finger im Unterarm einen Muskelkater, dass hab ich so auch noch nicht erlebt!

Der riesige Haufen Hackschnitzel ist schon fast im Meiler verschwunden, doch der ist erst knapp zu einem Drittel gefüllt.

Die zweite Schlange hat Platz genommen. Diese geht bis auf 40cm an den Rand des Meilers heran, mal sehen ob die Mikroben so nah am Rand noch aktiv sind.

Der zweite Wärmetauscher ist drin und die Hackschnitzel sind aus, Zeit um die Verbindung zum Haus zu schaffen.

Als Leerrohr nehmen ich alte KG-Rohre NW100/110, der Querschnitt reicht hoffentlich für zwei 3/4" Rohre, ein 1/2" Alu-PE-Rohr und etwas Elektrik samt Isolierung.

Gerade verlegt wird's schon klappen.

Schnell die Grassoden ausgestochen und mit Spitzhacke, Axt und Spaten ist der Graben schnell ausgehoben.

Schon liegt das Rohr!

Dann spielte das Wetter leider nicht mehr mit, Regen, Graupel und Schneefall beendeten meine Schlammschlacht an diesem Tag.

An einem der nächsten schönen Tage habe ich dann erst einmal wieder eine Runde mit dem Schrauber gedreht und mir das Bauwerk aus der Luft angesehen.

Bald geht's weiter, der Meiler hat mittlerweile wieder eine Temperatur von 56° aufgebaut, Zeit die ersten Wärmetauscher mit Wasser zu füllen und im Kreislauf zirkulieren zu lassen.

 

Temperaturanzeige, Fühler 3m weit in den Wärmetauscher hinein geschoben

Die PE-Verschraubungen sind eingetroffen, jetzt werden die Wärmetauscher provisorisch unter Wasser gesetzt und die Zirkulationspumpe in Betrieb genommen.

Übergangsverrohrung, sie dient nur zum gleichmäßigen durchwärmen des Meilers.

Der Fühler befindet sich in der Isolierschale der Pumpe. Bei dieser Temperatur, am 8.02.15, kann man sich schon mal schön die klammen Finger wärmen!

Biral Hoch-Effizienz-Umwälzpumpe in Rotgussausführung, läuft momentan mit 5-8 Watt.

Pumpenanschluss-Garnitur mit Kugelhahn für problemlosen Pumpenwechsel, falls nötig.

Detail-Aufnahme der Schiebestücke und dem zweiten Ringspanndraht.

Die Wassertemperatur steigt ! Am Morgen des 10.Februar zeigte das Thermometer 41.4 Grad und kurze Zeit später kamen auch wieder frische Holzhackschnitzel.

Diese Ladung bestand überwiegend aus Nadelholz. Es war eine Mischung aus Tanne, Fichte und Kiefer.

 Ruckzuck lagen die 6m³ Schnitzel im Hof, geht doch wesentlich schneller als mit dem PKW-Anhänger, super!

Bei dieser Menge an Nadelholzschnitzeln hatte ich erst Bedenken ob die Mikroorganismen diesen Mix überhaupt zersetzen würden. Ich hatte gelesen das man 15-20% Nadelholz untermischen kann.

Am nächsten Morgen waren meine Bedenken aber verflogen, der Haufen dampfte ordentlich und die am Vortag eingesteckte Moniereisenstange konnte ich mit bloßen Händen nicht mehr anfassen.

Der Materialmix aus der Nähe betrachtet.

Ich habe dann aber noch mit meinem Kumpel Martin Kastanien- und Lärchen-Schnitzel geholt und alles gut gemischt in den Meiler gefahren.

Die dritte Wärmetauscher-Schlange ist eingebracht, mit den Hilfsleisten fixiert.

 Schön ist, wenn man von der Rampe direkt ohne Höhenunterschied in den Meiler fahren kann und die Ladungen schon einmal etwas verteilen kann.

Ab und zu werfe ich mal einen Blick auf das Thermometer, Boot steigt Herr Kalleu, äää, ich meine natürlich Temperatur steigt !

Schon sind die Holzhackschnitzel fast wieder aus, wenn dieses Matterhörnchen im Meiler verschwunden ist habe ich ihn gut zur Hälfte gefüllt.

Letzter Blick über die kleine Rampe in den Biomeiler.

Das fehlende Stück Doppelstab-Zaun ist eingesetzt und das Silonetz als Rieselschutz durchgehend angebracht.

Die Trennstellen sind mit Rohrstücken aus V2A überbrückt und die Gleitschienen bis zur oberen Kante verlängert. Ein versehentliches Auseinanderziehen des Zauns wird durch Zusammenrödeln von Ober und Unter-Teil ver-hindert.

Diese Rampe führt jetzt bis zum oberen Rand des Meilers auf 2,5 m Höhe. Die ersten Fahrten mit beladener Schubkarre waren spannend aber problemlos. 

Die alten Lichtroste sind absolut griffig und zur Sicherheit noch auf den Leiterelementen festgerödelt

Diese Hügelchen reichen gerade noch um den vierten Wärmetauscher zu bedecken. Wer genau hinschaut erkennt rechts im Hügel noch die Moniereisenstange, etwa auf Höhe der schräg liegenden Schaltafel. Diese stecke ich immer in den Haufen um feststellen zu können wie aktiv die Mikroorganismen sind.

Das Rohrende wird nach Bedeckung der Schlange in der drei Uhr-Position tordiert und aus dem Meiler geführt. Dies ist wesentlich einfacher als das Rohr rechts, mit koordiniertem Radius, zu verbiegen.

Ein Bild aus luftiger Höhe, wenn auch nicht aus dem Tragschrauber.

Ich selbst hole natürlich auch Holzhackschnitzel mit meinem LT.

Mit einer Folie ausgeschlagen lassen sich die Schnitzel gut verladen und rieseln nicht bis in die letzte Ecke.

Wenn viele Hackschnitzel zur Verfügung stehen entlade ich den LT und fahre sofort wieder los um Nachschub zu holen. Einfacher wäre es natürlich die Hackschnitzel gleich in die Schubkarre zu ziehen, wie weiter unten zu sehen ist.

So wird der Meiler nach und nach weiter gefüllt und alle

10 cm ausgiebig gewässert.

Hier habe ich noch eine Hackschnitzelspende von einem ortsansässigen Betrieb bekommen,

es ist der Haufen auf dem die Schaufel liegt. Material: Apfelbaum und eine Tanne.

Dank Rampe ist der Hackschnitzelvorrat innerhalb kürzester Zeit auch schon wieder im Meiler verschwunden.

Zeit um die neuen Wärmetauscher anzuschließen.

Dabei wird natürlich auf den Biomeiler entlüftet, das Wasser hat mehr als Badewannentemperatur!

Die provisorische Pumpeninstallation wächst langsam mit nach Oben.

Nun wird natürlich Wärme in die noch nicht so aktiven Bereiche des Meilers befördert, dies sieht man schön an der gefallenen Wassertemperatur.

Einen Tag später ist die Temperatur aber schon wieder um 7°C auf über 50°C gestiegen. 

Bei 150cm Füllhöhe habe ich für Frischwassererwärmung eine PE-Alu-Verbundleitung 16x2mm eingebaut. So kann man sich im Garten mal die Hände Waschen oder ein Kinderplanschbecken mit warmen Wasser füllen. Verlegt sind 84 m, den Rest des 100m Rings benötige ich für die Verbindung zum Haus und zur Verrohrung der Armatur.

Die Temperatur steigt weiter, in diesem Fall bedingt durch milde Außentemperaturen.

Dann kam der Glückstag, mein Kumpel Martin berichtete mir, dass die Stadt Schwerte gelegentlich Schredder-material an der ehemaligen Ziegenwiese abkippt. Den Platz habe ich natürlich sofort aufgesucht und besenrein verlassen. Das Gestrüpp habe ich zwei Tage später auch noch entfernt, es störte beim Schaufeln.  

Ein wohl eher seltenes Schild !!

Martin hat mir an diesem Tag auch noch sechs weitere Wagenladungen Material besorgt.

Die erste Ladung habe ich dann auch noch direkt in die Schubkarre gezogen und in den Meiler gefahren.

Da aber noch weitere fünf Ladungen zu holen waren musste ich von dieser Arbeitsweise Abstand nehmen und nach alter Manier wieder alles auf einen Haufen kippen.

Nach diesem Tag wusste ich auch was ich getan hatte.

Aber schon am folgenden Morgen ging es mit frischem Mut an den nächsten Wärmetauscher.

Die Bilder ähneln sich, einziger Unterschied ist die Füllhöhe.

Temperatur, absolut OK !

Und mit jeder Schubkarre wird der Vorrat kleiner.

Vom Dachfenster sieht der Meiler mittlerweile so aus.

Die Temperatur hat sich bei gut 53°C eingependelt.

Bei schönem Wetter gibt es erst einmal eine Verschnaufpause und einen Zeitsprung von ca. einer Woche.

Der Meiler ist fast voll, Zeit die Verbindung zum Haus herzustellen.

Die Verbindung besteht aus 2x25'ger PE-Rohr, 1x16x2mm PE-Alu-Verbundrohr und 3 Elektro-Leerrohren.

Alles drallfrei gebündelt und gegen Verschmutzung auf Plane und Leiter abgelegt.

Da liegt Sie nun, die 13m lange Anakonda.

Als alter Askari, Spulwurm, oder zu deutsch Strippenzieher, achtet man natürlich schön auf den Biegeradius.

Ist das PE-Alu-Verbundrohr erst einmal abgeknickt, hat man ein Problem.

Als Hilfsmittel kamen an diesem Tag ein Flaschenzug, eine Baumwollummantelte Wäscheleine und der Wäscheleinenhalter zum Einsatz. Die Baumwollummantelte Wäscheleine hat bei 13m Zuglänge eine schöne Anfangsdehnung von ca. 45cm. Der Flaschenzug hält die Spannung schön ohne weiter Kraft aufbringen zu müssen. Anfänglich klappte es gut, mit 30cm Einzug pro Arbeitsschritt ging es zügig voran. Doch schnell wurde die Zuglänge kürzer und es ging pro Arbeitsschritt nur noch 5cm voran, mit abnehmender Tendenz. Ein Arbeitsschritt besteht aus: in den Keller laufen, den Flaschenzug auf Spannung bringen, wieder zum Meiler laufen und das Rohrbündel ohne die Isolierung zu beschädigen in das Leerrohr zu drücken.

Nach gefühlten 250 Arbeitsschritten kam das Rohrbündel auch im Keller an.

Zwischenzeitlich übertrieb ich es allerdings etwas mit der Vorspannung und mit einem lauten Knall riss die Wäscheleine direkt am Lasthaken des Flaschenzuges ab und verschwand komplett im Leerrohr. Watt nu?

Nach kurzer Überlegung stand fest, dass die Wäscheleine ja wieder bis zum Flaschenzug reichen würde, vorausgesetzt man kommt an das Ende heran. Also kurzerhand den Staubsauger aktiviert, den 4m langen Saugschlauch von der Mauernutfräse geholt und bei laufendem Sauger in das Leerrohr geschoben. Mit einem satten Schlulpp katte ich das Ende der Wäscheleine angesaugt und nach ein zwei fachmännisch ausgeführten Hausfrauenknoten konnte ich mit dem Einziehen fortfahren. Weniger ist in manchen Fällen einfach mehr.

Ganz schön eng, an der Schnittstelle zur Außenwelt,

genau wie in der Waschküche, wo die beiden 25'ger PE-Rohre auf den Einzug warten.

Bei der Sanierung des Kellers brachte ich damals ein  KG-Leerrohr DN100 in den Boden ein um der heißen Lauge der Waschmaschine die Wärme zu entziehen und in das Wärmerückhaltebecken zu leiten. Den Kellerboden hatte ich aufgrund  von Streifenfundamenten und fehlender Bodenplatte zwei Spatenstich tief aufgenommen um eine solide Bodenplatte gießen zu können. Da lag es nah ein Leerrohr mit einzubringen, an einen Biomeiler habe ich damals noch nicht gedacht. Schön, dass das Leerrohr jetzt eine effektivere Verwendung bekommt.

Direkt neben der Waschmaschine verschwinden die Rohre im Boden und kommen im Heizungskeller wieder zum Vorschein. Das graue HT-Rohr dient als Platzhalter für den Wärmetauscher der Waschmaschine, momentan geht die Wärme der abgepumpten Lauge mit in den Kanalegrande. 

Doch an dem T-Stück ist Schluss mit lustig, die beiden 25'ger PE-Rohre wollen absolut nicht um die Ecke. Das T-Stück stellt die Verbindung zwischen  Waschmaschine, Heizungsraum und Wärmerückhaltebecken dar. Da muss ich mir etwas Anderes einfallen lassen,    ich geh erst einmal fliegen.

So sieht der Bio-Meiler jetzt aus der Luft aus

und am Schredderplatz liegt schon wieder Material, so'n Stress :-)

Da PE-Rohrverschraubungen aus Messing schmaler bauen als die aus Kunststoff, müsste der Raum im T-Stück ausreichen. Doch wie zieht man die Dinger da an, handfest wird wohl nicht reichen und eine WaPuZa kann man in der Enge nicht Händeln.

Mit einem selbst gefertigten offenen Ringschlüssel

und einem Rohrsteckschlüssel sollte auch dieses Problem lösbar sein.

So rum klappt's mit dem Anziehen natürlich besser !

Rohrsteckschlüssel im Einsatz, klappt wunderbar.

Detail-Aufnahme Rohrsteckschlüssel:

PG-Stapa Außenrohr, 1mm Zwischenblech, und gezahntem V2A Zylinderrohr zur Aufnahme der Überwurfmutter, dünnes Klemmblech um ein Herausfallen der Überwurfmutter zu verhindern. Alles mit dem liebsten Werkzeug der Deutschen, dem Hammer, zusammengepompft.

So, nun geht es aber draußen weiter. Das letzte Rohrbündel im Format 3/4" ist gekommen und wird umgehend eingearbeitet.

Das Rohr passte bei einem Verlegeabstand von 20 cm nicht auf eine Ebene, so wurde der Rest erst einmal zur Seite gestellt und in einer weiteren Ebene eingebaut. Ein wenig Platz ist ja noch.

Gut bewährt haben sich die einfachen Abstandhalter aus alten Brettern. Mit Klettbändern auf den Rohren befestigt fallen sie nicht so leicht um und halten das Rohr sicher in der Position.

Der Hackschnitzelhaufen lag jetzt so drei vier Tage und hat schon wieder ordentlich Hitze entwickelt.

An frisch abgegrabenen Stellen waren bis zu 52°C zu messen. Aber auch ohne Thermometer konnte man die Strahlungswärme deutlich spüren.

Und so verschwand eine nach der anderen Karre im Meiler bis er randvoll war.

Ich habe versucht das nicht so aktive Material außen und das aktive Material innen einzubauen.

Dies kann man an der Verfärbung schön erkennen. Links neben dem Gitterrost liegt die letzte Rohrdurchführung samt Schutzrohr für die letzten Rohrschlangen, oben rechts im Bild, bereit.

Es ist geschafft, der Meiler ist voll und alle Rohrschlangen sind eingebaut.

Das restliche Material schütte ich oben auf und verteile es Kuppelförmig. Der Meiler sieht jetzt fast aus wie ein Fermenter einer Biogasanlage.

In dem grauen Ring an der Meiler-Oberkante, bestehen aus aufgeschnittener Rohrisolierung, findet das überschüssige Silonetz Platz. 

Der Astschnitt meiner Ahornbäume sollte eigentlich auch in den Meiler, leider ist mein Schredder nicht rechtzeitig fertig geworden.

So finden er Verwendung beim Osterfeuer am Flugplatz in Hamm.

Mittwoch 11.März, die Brauchwasserleitung ist provisorisch angeschlossen und das erste heiße Wasser kommt aus dem Meiler.

Die Überraschung war groß und dementsprechend erfreulich, denn das eingetauchte Thermometer zeigt deutlich mehr an als das Thermometer dessen Fühler nur das Pumpengehäuse abtastet. Das Wasser im Glas scheint milchig zu sein, sind aber nur winzige Luftbläschen die durch den Wasserstrahl des spaltweise geöffneten Kugelhahn in das Wasser gemischt werden. Immer wenn ich mehr aufgedreht habe ist das Glas umgefallen. :-(

Sagenhafte 64 °C werden erreicht, unglaublich !

Am 21.März habe Ich noch eine Deckschicht aus reinen Kieferhackschnitzeln locker aufgeschüttet und Kuppelförmig verteilt.

Es sind mittlerweile alle benötigten Fittinge, Verschraubungen, Zonenumschaltventile und Wärmetauscher eingetroffen und die Arbeiten gehen voran. Hier das Zonen-Ventil für das Wärmerückhaltebecken. Die Verrohrung wird aus Kupfer-Lötfittingen gefertigt, da für eine Installation aus PE zu wenig Platz vorhanden ist. Manche Fittinge sind wiederverwertet und waren schon in anderen Installationen im Einsatz. Dies funktioniert natürlich nur wenn man die Verbindungen zuvor ordentlich, gradfrei und rund vorbereitet hat und weich zusammengelötet wurden. Diese Arbeitsweise wird heute kaum noch praktiziert, da die Vorbereitung arbeitsintensiv ist. Es wird zunehmend gepresst und hart gelötet, die so verarbeiteten Fittinge lassen sich nicht mehr wiederverwenden.

Hier habe ich die beiden Wärmetauscher samt Verrohrung und Zonenventilen provisorisch positioniert um den Platzbedarf und die Machbarkeit zu ermitteln. Es sollte am Tag der Einbindung alles genau passen, da alle drei Kreisläufe, Heizkessel, Fußbodenheizung und Biomeiler geöffnet sind und kaum Zeit für größere Änderungen ist. Optimal vorbereitet ist die ganze Sache wenn ich den momentan installierten Wärmetauscher demontiere und dieses Gebilde an dessen Stelle montiere, bin gespannt ob's klappt.

Ist prinzipiell ja ganz einfach, es werden anders als bisher, zwei in Reihe geschaltete Wärmetauscher zur Erwärmung des Fußboden-Wassers verbaut. Ein bisschen tricky ist die Einbindung der Zonenventile, diese werden benötigt um je nach Wassertemperatur den Einen oder Anderen Wärmetauscher umgehen zu können. Dies werde ich aber später noch genau beschreiben und anhand eines Layouts darstellen. 

27. März 2015, Tag der Inbetriebnahme. Die Wärmetauscherbaugruppe ist vorbereitet, nun geht es zur Montage.

Schnittstelle ist der Wärmetauscheranschluss am Pumpen-Hauptverteiler der  Fußbodenheizung. Der ursprünglich montierte Wärmetauscher wurde 200mm nach vorn geholt und mit einer Konsole abgefangen. So ist genügend Raum für den weiteren Wärmetauscher und die Zonenventile entstanden. Die nackten Kupferrohre wurden zur Probe einmal installiert, demontiert und mit Isolation endgültig verbaut. Dank gründlicher Vorbereitung passten alle Rohre. Es ist ein platzsparendes, kompaktes Modul entstanden, dass in punkto Regelung keine Wünsche offen lässt. Jeder Wärmetauscher kann umgangen werden und der Kessel kann komplett vom Kreislauf ausgeschlossen werden. So kann der Biomeiler auch die im Keller montierten Heizkörper mit Warmwasser versorgen, ohne den Kessel mit aufheizen zu müssen.

Hier das Zonenventil welches den Kessel-Wärmetauscher abschiebert.

Nach vollendeter Installation wird Wasser auf das System gegeben und entlüftet. Das geht mit einer Wanne in dem die beiden Rohrenden des Hauskreislaufs enden hervorragend. Sobald die Wanne gut zur Hälfte gefüllt ist wird die Speisewasserleitung im Keller geschlossen und die Umwälzpume in Betrieb genommen. Nun lässt man die Pumpe so lange voll Speed laufen bis nach Umschalten aller Zonenventile alle Leitungen gut gespült sind und keine Blasen mehr aus dem System kommen. Dann werden die biomeilerseitigen Kugelhähne geschlossen und der Meiler angeschlossen, fertig.

Im Keller wir jetzt noch Druck auf das System gegeben und die Wärme kann kommen !!

Und sie kam, mit über 60° dehnten sich die PE-Rohre so stark, pro Meter und Grad 0,2mm, dass die Pumpe seitlich Druck bekam und die nicht all zu fest angezogenen Pumpenverschraubungen leckten, Wassereinbruch auf Deck 5, 6 und 7 könnte man sagen.  Gerade dieses Rohrstück sitzt zwischen zwei unnachgiebigen Einheiten aus Kupfer-Fittingen und Messing Gewindeverschraubungen. Alle anderen Rohre können sich dehnen, sehr schön auf dem Bild mit dem Ausgleichsgefäß, zwei Bilder weiter unten zu sehen.

Hier kann man schön die kompakte Einheit mit den beiden Wärmetauschern, den Zonen-Ventilen und der Umwälzpumpe sehen.

Auf diesem Bild sieht man das Zonenventil für das Wärmerückhaltebecken, das Ausgleichsgefäß für den Meiler-Kreislauf und die sogenannten Kurzschlussbrücken für die primären und sekundären (schwarze PE-Rohre hinter dem Ausdehnungsgefäß) Wärmetauscher-Schlangen. Bei Fertigstellung des Beckens werden die Brücken entfernt und das Edelstahl-Wellrohr montiert. Das vom Biomeiler ankommende Rohr, Vorlauf,  endet an dem  mittleren, unteren Anschluss des Zonenventils.

Nächster Schritt, das Wärmerückhaltebecken!

Bezeichnung Wärmerückhaltebecken, weil dieser Wärmespeicher nicht als Standspeicher im Keller steht und Platz einnimmt, sondern in den Kellerboden eingelassen ist und unter einer momentan noch nicht ausgefliesten Abdeckung verschwindet.

Geöffnetes Wärmerückhaltebecken, eines von drei angelegten Becken. Unter der nächsten Luke links befindet sich das Grauwasserbecken. In dem wird das ablaufende Badewannen und Duschwasser aufgefangen, wenn kein Regenwasser mehr für die Toilettenspülung im Regenwasserrückhaltebecken vorhanden ist.

Innenansicht, Einlass für die Leitungen vom Wärmetauscher der Badezimmerabläufe.

Einlass für Leitungen vom Biomeiler links, Solarkollektoren mitte und Wärmetauscher von beiden Spülmaschinenabläufen rechts. 

Hier sieht man die Verschraubungen von den Biomeilerleitungen die zum Heizungskeller führen. Durch diese Zuführung kommen noch die weiteren zwei Leitungen vom Zonenventil des Wärmerückhaltebeckens.

Blick in das geöffnete Becken, alles vorbereitet zum Maßnehmen für die Styrodurauskleidung.

Dieses Material muss ins Eckige !

Es sind hauptsächlich die 100mm starken Styrodurplatten, die LKW-Plane, die Wellrohre für die Wärmetauscher samt Verschraubungen und die gefertigten O-Ring abgedichteten Rohrdurchführungen damit sich das Becken durch Verdunstung nicht immer leert.

Detailaufnahme von den Rohrdurchführungen, testweise in einem Folienreststück montiert.

Bearbeitung auf der Fräse, mit einem Schlitzfräser werden die O-Ringaufnahmen eingefräst.

Düsen und Andrückrolle für das Heißluftgebläse zum schweißen des Folientanks.

Schweißgerät auf der PVC-Folie.

PE Zuführungsleitungen und Wellrohr für die Wärmetauscher.

Verschraubungsmaterial für das Wellrohr, Euro-Konus-Verschraubungen für das PE-Rohr.

Großer Vorteil dieses Wärmespeichers, nimmt keinen Platz im Keller weg, ich kann so viel Wärmetauscher einbringen und positionieren wie ich möchte und kostet nur einen Bruchteil eines gekauften Standspeichers. Einziger Wehrmutstropfen: Das Becken muss mit dem Handbagger, sprich Spaten, Spitzhacke und Schaufel ausgehoben und betoniert werden. Da ich die Kellerböden sowieso zwei Spatenstich aufgenommen hatte lag es nah die Becken so auszuführen. 

So sieht das Wärmerückhaltebecken jetzt aus, mit 100mm Styrodur-Platten ausgekleidet ist es kuschelig warm im Becken. Jetzt fehlt nur noch der geschweißte PVC-Folien Tank aus LKW-Plane.

Da ich aber gerade so schön mit dem Styroporschneider unterwegs bin, fertige ich mir aus den Reststücken der Beckenauskleidung noch Isolierschalen für die Kugelhähne am Biomeiler. Der Wärmeverlust an der äußeren Verrohrung ist doch erheblich.

Ich habe im Netz leider keine passenden flexiblen Isolierschläuche gefunden und schneide mir so die Isolierung aus mehreren Segmenten zu und verklebe sie mit 5min Exopykleber.

Dieser radial geteilte Versuchs-Isolierkörper benötigt zur Montage zu viel Platz da die beiden Isolierkörperhälften von beiden Seiten auf den montierten Kugelhahn geschoben werden müssen. Sind die Leitungen kurz, kann man die Überwurfmuttern der nächsten Verschraubung nicht mehr montieren. Die folgende Ausführung wird axial mittig geteilt.

Als Schneidgerät verwende ich passend für meine Schneidarbeiten einen handlichen U-Bügel aus Rechteck-Leisten. Dieser besitzt am Ende der Arme jeweils ein Loch zur Aufnahme eines 2,5mm² Kupferdrahts. Die Kupferdrähte werden je mit einer Öse versehen, durch das Holz gesteckt und mit einer Lüsterklemme samt Anschlußkabel fixiert. Die linke Öse wurde nicht ganz geschlossen, damit man den Draht zum schneiden nicht unterbrochener Hohlkörper einfacher aushängen kann. Dies wird durch die linksseitig montierte  Druckfeder noch vereinfacht. Die Feder wird aber eigentlich benötigt um die Drahtspannung beim Schneiden konstant zu halten. Ist keine Feder montiert hängt der Draht beim Schneiden durch die Längenausdehnung schlapp durch.

Als Schneiddraht verwende ich die Stahleinlage der billigen Wäscheleinen aus dem Baumarkt. Konstantan Widerstandsdraht muss man erst bestellen und ist wesentlich teurer. In den Wäscheleinen befinden sich meist drei Stahldrähte, man hat also genügend Draht vorrätig falls mal einer durchbrennt oder reißt.

Da ich mir für jeden Einsatz eine geeignete "E-Gitarre" angefertigt habe, muss man mit der Schneidspannung etwas experimentieren. Der große Schneidapparat mit 120 cm Schneidbreite schneidet mit dem 12V Abgriff des Trafos einwandfrei. Für den kleinen Schneider fädele ich 2,5mm² H07V-K, Schaltlitze oder Lautsprecherkabel geht natürlich auch, als Sekundärwicklung auf den Trafo und probiere jeweils nach drei Wicklungen wie der Apparillo schneidet. Der Schneiddraht sollte so heiß werden dass er das Styropor zügig schneidet aber die Holzschablone nicht verbrennt wenn der Schnitt mal durch Umgreifen ins Stocken kommt. Dies kann man durch mehr oder weniger Sekundärwicklungen schön einstellen.

Wichtiger Hinweis !

So ein Trafo wird natürlich am 230V Netz betrieben. Die Primäranschlüsse des Trafos sollten mit dem Anschlusskabel versetzt verlötet, gegenseitig mit Schrumpfschlauch isoliert  und zur Zugentlastung am Trafokern mit Kabelbindern befestigt werden. So angeschlossen können Sie sich im Prinzip an einem 12 Halogentrafo eigentlich nicht mehr elektrisieren da die Primärwicklung unter den Sekundärwicklungen auf dem Ringkern angeordnet ist und der Trafo gänzlich noch mit einer Wickelisolierung versehen ist. Achten Sie weiter peinlich genau darauf dass Ihre Wicklungsenden und die der 12V Abgriffe nicht versehentlich zusammen kommen. Es besteht Kurzschluss- und damit Brand-Gefahr durch die hohen Kurzschlussströme. Finger weg wer keine fundierten Elektro-Kenntnisse hat.  Ansonsten ist dies ein preiswertes universell abstimmbares Schneidgerät.

Noch ein kleiner Hinweis zu den Schneidschablonen, achten Sie auf eine geschmirgelte, oder gefeilte Oberfläche. Sägerau wird der Schneiddraht wohl nicht an der Schablone entlanggleiten und das Schneiden wird Ihnen keine Freude bereiten!

Am 27.Juni entdeckte ich am Biomeiler folgendes Exemplar eines Nashornkäfers.

Er steht auf der Liste der gefährdeten Tiere, schön dass ich einen am Biomeiler sichten konnte.

Leider hatte der kleine Kerl ein paar Parasiten an Bord, gut am hinteren Deckflügel als braune Punkte zu erkennen. Ich griff den Käfer am Panzer und streifte die Parasiten mit einem Grashalm ab. Ich war erstaunt wie viel Kraft so ein kleiner Käfer aufbringt um sich zu befreien, drei Mal zwängte er seinen Körper durch Hochziehen der Beine aus meinem Griff, keine Chance den Käfer festzuhalten.

Einen goldgelb schimmernden Rosenkäfer konnte ich an diesem Tag auch noch sichten, der Bursche flog aber mit lautem Brummen davon bevor ich die Kamera bereit hatte.

Am 1.Juli bekam ich wieder einen Rosenkäfer vor die Linse, diesmal hatte ich die Kamera aber griffbereit, folgende Bilder konnte ich aufnehmen.

Der Rosenkäfer landete mit lautem Gebrumme auf dem Biomeiler.

krabbelte ein wenig herum

und fing dann an sich durch das Silonetzt zu zwängen !

Nach ca. 2 Minuten hatte er das Gewebe so geweitet dass er hindurchschlüpfen konnte.

Erstaunlich welche Kraft diese Käfer haben, mir gelang es nicht mich mit dem kleinen Finger durch das Netz zu bohren!

Weitere Bilder folgen bei Baufortschritt, schweißen des Folientanks.

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